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Großeltern im Quartier: Trotz Projektende geht es weiter

Ein erfolgreicher Mittagstisch, vielfältige Freizeit- und Beratungsangebote, interkulturelle Feste: Vieles hat das Projekt „Großeltern im Quartier“ der Gemeindediakonie Lübeck im Stadtteilhaus St. Lorenz-Süd bewegt.

Nach fünf Jahren läuft das Projekt nun aus. Die offenen Angebote für Menschen ab 55 Jahren mit und ohne Migrationshintergrund werden jedoch vom Nachbarschaftsbüro fortgeführt.

 

Am 14. Mai endet das von der Stiftung Deutsches Hilfswerk - Deutsche Fernsehlotterie geförderte Projekt „Großeltern im Quartier“. Geschäftsführerin Dörte Eitel: „Gerade zeitlich befristete Projekte müssen wir im Zuge rückläufiger öffentlicher Gelder verstärkt auf den Prüfstand stellen. Umso mehr freue mich darüber, dass die hervorragende Arbeit der Projektleiterin Tina Kobold und ihrer Kollegin Parva Soudikani durch das Nachbarschaftsbüro fortgeführt werden kann und die Ehrenamtlichen sowie Anwohnerinnen und Anwohner im Stadtteil weiterhin eine Anlaufstelle haben werden.“

 

Seit Mai 2015 war das Projekt im Stadtteilhaus am Hansering eine feste Anlaufstelle. Sowohl kostenfreie soziale Beratungsleistungen als auch eine aktive Freizeitgestaltung und interkulturelle Begegnungen bildeten den Schwerpunkt. In Kooperation mit weiteren Partnern neben dem Nachbarschaftsbüro oder dem Toranj Lübecker Kulturverein gab es unter anderem regelmäßige Stadtteilfrühstücke, Koch- und Backaktionen sowie Feste. Auch stadtweite Veranstaltungen wie die Eröffnung des interkulturellen Sommers wurden zweimal nach St. Lorenz-Süd geholt. Darüber hinaus wurden Beratungssprechstunden, Vorträge, Spielenachmittage sowie Malen und Bewegung angeboten. Besonders beliebt war der offene Mittagstisch.

 

Aufgrund der Corona-Pandemie konnten zuletzt keine Aktivitäten mehr im Stadtteilhaus stattfinden – dazu zählt auch eine geplante Abschlussveranstaltung. „Nun gehen wir leise“, so Projektleiterin Tina Kobold, „aber werden uns noch persönlich von unseren Anwohnern und Ehrenamtlichen verabschieden. Wir hoffen, dass sie aktiv bleiben, aufeinander achten und mitgestalten - über Altersgrenzen und kulturelle Grenzen hinweg.“  In den vergangenen fünf Jahren hätte das Team erlebt und begleitet,  wie eine Gemeinschaft entstand und wie Menschen hier im Haus Zugang zueinander fanden. „Daran mitzuwirken, dass Menschen bis zu ihrem Tode hier in ihrem Stadtteil verbleiben können und eingebunden ins Projekt und im Stadtteilhaus waren - das war das größte Geschenk, was wir als Mitarbeitende erleben durften“ bilanziert die Sozialarbeiterin.

 

„Dem Projektteam ist es hervorragend gelungen, über Alters- und Kulturgrenzen hinweg Gemeinschaft zu stiften und vielen Menschen Halt und Anbindungen zu geben“, betont Cornelia Bauke, Bereichsleiterin Migration und Integration bei der Gemeindediakonie. „Das ist ein Modell, das sehr erfolgreich gegen die Vereinsamung älterer Menschen im Stadtteil gewirkt und viele schlummernde Ressourcen geweckt hat.“

 

Das zunächst auf drei Jahre ausgelegte Projekt wurde 2018 um weitere zwei Jahre verlängert und von der Deutschen Fernsehlotterie mit 80.000 Euro sowie in den letzten beiden Jahren mit  82.962 Euro gefördert. Auch Eigenmittel flossen mit ein. „Die Gemeindediakonie dankt ausdrücklich Tina Kobold und Parva Soudikani, die den Menschen im Stadtteil immer auf Augenhöhe und mit viel Herz begegnet sind“, so Dörte Eitel.

 

 

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