„Kultursensible Pflege in Lübeck und Umgebung“

im Rahmen des ESF-Bundesprogramms „XENOS – Integration und Vielfalt“

Von Anfang Juli 2009 bis Ende Juni 2012 hat die Gemeindediakonie Lübeck e.V. das Projekt „Kultursensible Pflege in Lübeck und Umgebung“ durchgeführt. Ziel war eine allumfassende Integration von Menschen mit Migrationshintergrund im Pflegesektor. Hintergrund waren bestehende interkulturelle Barrieren in der Pflegebranche, die wachsende Pflegebedürftigkeit der MigrantInnen und die Notwendigkeit einer beruflichen Integration von arbeitslosen MigrantInnen im vom Fachkräftemangel gezeichneten Pflegesektor.

Maßnahmen

Infoveranstaltungen und Informationsbroschüren zu Themen der Alten- und Krankenpflege

Das interkulturelle Projektteam unter der Leitung von Maryam Gardisi erarbeitete Power-Point-Präsentationen, entwickelte Prospekte und Broschüren in mehreren Sprachen und hielt Vorträge bzw. arbeitete mit ausgebildeten auswärtigen Referenten zusammen.


Zu den Angeboten gehörten unter anderem:

  • fremdsprachige Infoveranstaltungen zur Pflegeversicherung, Pflegeanträge, Pflegestufen und sonstige Leistungen des deutschen Pflegesystems
  • Informationen über sonstige Hilfeangebote für Migranten in Lübeck
  • Vorträge über Migration und Alter, Beratung zur interkulturellen Öffnung der Pflegedienste
  • Trainings und Workshops zur interkulturellen Kommunikation und Informationen über kulturspezifische Themen wie Religionen, Krankheitsverständnis oder Krankenpflege

Interkulturelle Schulungen für Krankenschwestern und Altenpfleger

Regelmäßig veranstaltete das Team Schulungen aus seiner selbst konzipierten Seminarreihe zur „Kultursensiblen Pflege“. Hier lernten Pflegekräfte oder andere Interessierte die kulturellen und religiösen Werte der MigrantInnen kennen, damit sie diese mit dem nötigen Respekt und Feingefühl bei Ihrer Pflege beachten können. Mittels interaktiver Lehrmethodik wurden die Teilnehmer intensiv auf die Herausforderungen der interkulturellen Pflegearbeit vorbereitet.

Die Schulungen wurden durch Lernreisen zu den interkulturellen Pflegeeinrichtungen in Berlin und durch eine Studienreise in ein europäisches Partnerland ergänzt.

Aufbau einer umfassenden Dolmetscher-Datenbank

Es wurden professionelle und semiprofessionelle Dolmetscher aller Sprachen akquiriert. Die Dolmetscherdatenbank und die Dienste der Sprachmittler wurden den pflegebedürftigen MigrantInnen kostenlos zur Verfügung gestellt.

Erstberatung zu Ausbildungswegen und Berufseinstieg

Alle Interessierten wurden ausführlich zu allen Fragen rund um das Berufsfeld Pflege (Krankenschwester, Krankenpfleger, Alten- und Krankenpflegehelfer) informiert.

Bildergalerie zum Projekt "Kultursensible Pflege"