Trennungs- und Umgangsberatung

Die Trennungs- und Umgangsberatung richtet sich an:

•    Eltern die sich trennen wollen
•    Eltern die bereits getrennt leben
•    Eltern, die sich gemeinsam oder einzeln an uns wenden können

Umgangsberatung

Umgangsberatung ist ein Angebot für Eltern. Wir unterstützen Eltern zum Wohle ihrer Kinder miteinander ins Gespräch zu bleiben oder wieder ins Gespräch zu kommen.

In der Umgangsberatung sprechen Eltern konkrete Problemsituationen an. Sie treffen gemeinsame verbindliche Absprechen, die sie schriftlich in einer Vereinbarung dokumentieren können.

Mediation

Mediation ist ein spezielles Vorgehen, um durch Beratung Ratsuchenden, die Konflikte haben, zu unterstützen, sich zu einigen. Die Methode ist: 
Die Eltern kommen gemeinsam in die Beratung und lösen ihre Konflikte mit Hilfe eines allparteilichen und  in der Sache neutralen Beraters. Die Eltern haben dabei die Verantwortung für die Gesprächsinhalte, der Berater hat die Verantwortung für den Gesprächsprozess.

Mediation kann nur gelingen, wenn die Eltern sich aktiv in die Gespräche einbringen, da der Berater – anders als ein Richter – die Konfliktlösung nicht vorgibt. Die Eltern sind durch die Mediation gefordert, Absprachen untereinander treffen. Nach dem Prinzip der „kleinen Schritte“ wird versucht sich einer Lösung zu nähern. Ziel der Mediation bei Trennungseltern ist, dass die betroffenen  Kinder weniger Konflikte zwischen den Eltern erleben.

Lübecker Praxis

Angelehnt an das Cochemer Modell wird in Lübeck seit dem 1.12.2007
ein Kooperationsmodell (zwischen Familiengericht, Beratungszentrum und Jugedamt) für Eltern, die in Trennung und Scheidung leben, praktiziert.

Die Ziele dieses Modells sind:

  • Eltern zu helfen sich bei Auseinandersetzungen auf einvernehmliche Sorge- und Umgangsregelungen zu einigen
    Dadurch Stärkung der Elternverantwortung und Verringerung von Alltagskonflikten zwischen den Eltern
  • Kindern den verlässlichen Kontakt zu beiden Eltern zu erhalten
    Dadurch geringere seelische Belastung der Trennungskinder
  • Schnelle und unbürokratische Verfahrensweisen aller beteiligten Institutionen zu fördern
    Dadurch Vermeidung von Eskalation der Elternkonflikte durch schnelle Einigungen

In Einzelfällen (z.B. bei  häuslicher Gewalt und anderen besonderen Familienverhältnissen) wird geprüft, ob die sog. Lübecker Praxis zur Anwendung kommt.

 

 

Gruppe für Trennungs- und Scheidungskinder

Das Angebot einer Gruppe für Trennungs- und Scheidungskinder wird durch Spenden finanziert. In diesem Jahr (2017) findet diese nicht statt. 

Hierzu  einige Informationen:

  • Alter der Kinder: 10 – 12 Jahre
  • Die Eltern müssen getrennt sein
  • Die Kinder leben in Lübeck
  • Es wird 14 Gruppentreffen für Kinder geben
  • Begleitende Elterngruppe an 4 Terminen

Wenn Eltern sich trennen - die wichtigsten Informationen

Was sind die Voraussetzungen für eine Scheidung?

Die Ehepartner leben mindestens ein Jahr getrennt (bei einvernehmlicher Scheidung).
Wenn einer sich nicht scheiden lassen will, wird spätestens nach drei Jahren die Ehe
geschieden. Grundsätzlich gilt das sog. „Zerrüttungsprinzip“, d.h. keinem der Eheleute wird die alleinige Schuld am Scheitern der Ehe gegeben.

Was heißt  „getrennt leben“?

Getrennt leben, heißt die Trennung von Tisch und Bett. Normalerweise meint dies eine räumliche Trennung. Bei Trennungen „unter einem Dach“ muss jeder Partner für sich wirtschaften, Wäsche waschen, einkaufen.

Wie setzen Sie ein Scheidungsverfahren in Gang?

Sie suchen sich einen Anwalt / eine Anwältin Ihres Vertrauens. Wählen Sie einen Rechtsanwalt, der auf Familienrecht spezialisiert ist. Ihr Anwalt stellt beim zuständigen Familiengericht den Scheidungsantrag. Für den Antragsteller besteht eine Anwaltspflicht.

Welche Kosten kommen auf Sie zu?

Es entstehen Rechtsanwaltskosten und Gerichtskosten. Die Höhe der Kosten ist abhängig vom Nettoeinkommen („Streitwert“). Normalerweise werden die Gerichtskosten auf die beiden Eheleute verteilt, zusätzlich trägt jeder Ehepartner die eigenen Anwaltskosten.
Für Bedürftige gibt es Prozesskostenhilfe.

Wo erhalte ich in Lübeck Prozesskostenhilfe?

In der Rechtsantragsstelle des Amtsgerichtes, Am Burgfeld 7, 23568 Lübeck.
Die Prozesskostenhilfe umfasst Ihre Rechtanwaltsgebühren, sowie die entstandenen Gerichtskosten. Die Scheidung ist dann für Sie kostenfrei.

Was passiert, wenn Ihr Scheidungsantrag beim Familiengericht eingegangen ist?

Mit der Scheidung wird das Familiengericht gleichzeitig den Versorgungsausgleich durchführen. Versorgungsausgleich bedeutet, dass die Rentenansprüche, die die Eheleute während der Ehezeit erworben haben, geteilt werden. Deshalb versendet das Familiengericht an beide Ehegatten Fragebögen zum Versorgungsausgleich. Beide Eheleute müssen diesen ausgefüllt an das Gericht zurück senden. Ist der Versorgungsausgleich berechnet, wird das Gericht einen Scheidungstermin anberaumen.

Was kann das Familiengericht noch beim Scheidungstermin regeln?

Wenn die ehemaligen Eheleute sich einig sind, muss nichts Weiteres per Gericht festgelegt werden. Wenn die Eltern sich z.B. einig sind, dass ihr das Kind zukünftig bei der Mutter leben soll, aber jedes Wochenende beim Vater verbringt, braucht es hierfür keine gerichtlichen (Umgangs)Regelungen
Auf Antrag eines Ehepartners können auch die sog. „Scheidungsfolgesachen“ vom Familiengericht mitgeregelt werden. Die wichtigsten „Scheidungsfolgesachen“ für Eltern sind:

1. Sorgerecht und Umgangsrecht
2. Kindesunterhalt
3. nachehelicher Ehegattenunterhalt

Außerdem kann der sog. „Zugewinnausgleich“ sowie die Aufteilung des Hausrates geregelt werden.

Was bedeutet „Umgangsrecht“?

Kinder haben ein Recht auf Umgang mit ihren beiden Elternteilen, Eltern haben eine Pflicht auf Umgang mit ihrem Kind.
Das Gesetz schreibt keinen konkreten Umgang vor, vielmehr soll dieser sich  nach den persönlichen Verhältnissen (Alter des Kindes, Arbeitszeiten der Eltern, Entfernung zwischen den Wohnorten der Eltern etc.) richten. Nach der Trennung sollten Sie als Eltern miteinander reden und  gemeinsam absprechen, wie Sie die Betreuung des Kindes regeln wollen und wann  das Kind zum anderen Elternteil Kontakt hat.

 

Was können Sie in der Umgangsvereinbarung regeln?

Nach einer Trennung müssen Sie als Mutter oder Vater lernen, dass Sie sich zwar von Ihrem Ehepartner getrennt sind, aber als Eltern weiter gemeinsam verantwortlich sind. Ihr Kind braucht gerade in der Trennungsphase Verlässlichkeit und Beständigkeit. Durch gemeinsame Absprachen helfen Sie Ihrem Kind, durch diese schwierige Zeit zu kommen.
Ihrem Kind tut es gut zu wissen, an welchen Wochentagen und/oder an welchen Wochenenden es beim anderen Elternteil zu Besuch ist. Auch die  Ferien und besondere Festtage sollten geregelt sein.

Was passiert, wenn Sie sich nicht auf Umgangsvereinbarungen einigen können?

Wenn Eltern sich nicht einigen können, kann ein Elternteil einen Antrag beim Familiengericht einreichen. Dann entscheidet das Familiengericht über die Umgangsregelung. Das Familiengericht ist per Gesetz verpflichtet, das Kindeswohl zu berücksichtigen und bezieht bei diesen Verfahren das Jugendamt ein. Grundsätzlich wird das Gericht auf das Einvernehmen der Beteiligten hinwirken und auch das Kind beteiligen. Manchmal verpflichtet das Gericht Eltern sich gemeinsam beraten zu lassen. Bei sehr komplizierten Fällen wird ein Gutachten durch einen Sachverständigen (meist einen Kinder- und Jugendpsychiater) eingeholt.
Gerichtsverhandlungen führen oftmals dazu, dass aus Eltern Gegner werden.

Was kann durch Beratung in unserer Beratungsstelle erreicht werden?

Beratungen sind strukturierte Gespräche, in denen die Berater Ihnen als Eltern auf neutralem Boden mit einer speziellen Gesprächstechnik  helfen, Lösungen für ihre Konflikte zu finden. Beratungen wirken nur, wenn beide Eltern bereit sind, Kompromisse zu finden und aktiv nach fairen Ergebnissen zu suchen. Beratungen in Umgangsfragen kann bestenfalls dazu führen, dass Sie als Eltern mit unserer Hilfe eine einvernehmliche Umgangsregelung erarbeiten. Ein Gerichtsverfahren ist dann überflüssig.

 

Wie Eltern ihren Kindern bei Trennung oder Scheidung helfen

Trennung oder Scheidung ist ein schmerzlicher Schritt, für Sie und für Ihren Partner - aber auch eine Lebenskrise für Ihre Kinder. In irgendeiner der heißen Phasen der Entscheidung vor einer Trennung oder Scheidung verlieren daher fast alle Eltern ihre Kinder leicht aus dem Blick.

Für ein Kind, das Trennung oder Scheidung erlebt, zerbricht seine bisher vertraute Welt:
Kinder verstehen oft nicht, warum ihre Eltern „ sich nicht mehr verstehen " oder: „ einander nicht mehr lieben... " Sie sind zutiefst verunsichert - so als werde ihnen der Boden unter den Füßen entzogen.

Sie können als Eltern Ihren Kindern helfen, die Krise von Trennung oder Scheidung besser zu meistern!

Sie können viel dazu beitragen, dass Ihre Kinder keine schwerwiegenden seelischen Beeinträchtigungen entwickeln. Wenn Sie als Eltern bei und nach der Trennung respektvoll miteinander und achtsam mit Ihren Kindern umgehen, schaffen Sie eine gute Grundlage dafür, dass Ihre Kinder diese Krise möglichst gut meistern.

Ihre Kinder haben das Gefühl, ihnen ist etwas Lebenswichtiges genommen.

Darum: Geben Sie Ihren Kindern Informationen

Lassen Sie alle Fragen und Gefühle zu.
Reden Sie so offen und altersgerecht mit Ih ren Kindern über Streit, Trennung und Scheidung.
Sagen Sie jedem Kind einzeln auf den Kopf zu: "Du bist nicht schuld! - Es hat nichts mit dir zu tun!"
Sprechen Sie mit Ihren Kindern als Eltern gemeinsam über die Trennung, wenn irgend möglich.
Überlegen Sie vorher gut, was und wie und wo und wann Sie es sagen. 
Seien Sie vorbereitet, Fragen konkret und kurz zu beantworten. 

 

Geben Sie Ihren Kindern Zeit und Be-Achtung
 
Übergehen oder überhören Sie die Fragen Ihres Kindes nicht.

  • Achten Sie respektvoll darauf, ob Ihr Kind sich dauerhaft zurückzieht oder isoliert. 
  • Lassen Sie Ihren Kindern Raum und Zeit, alle Ihre Gefühle auszudrücken.
  • Versprechen oder verabreden Sie nur, was Sie auch wirklich einhalten können. 
    Nähren Sie keine falschen Hoffnungen, dass Vater und Mutter wieder zusammen kommen. 
  • Zwingen Sie Ihre Kinder nie, gegen den anderen Elternteil - den eigenen Vater, die eigene Mutter - Stellung zu beziehen, Schlechtes über sie zu sagen oder zu hören. 
  • Zeigen Sie sich als verlässlichen Partner für Ihr Kind - Halten Sie Versprechen und Verabredungen verbindlich ein.

 

 

Themen einer Umgangsberatung

Um nicht immer wieder neu über Einzelfragen des Umgangs sprechen zu müssen und um Missverständnisse oder Konflikte zu vermeiden, ist eine Klärung der wichtigsten Punkte in Form einer schriftlichen Vereinbarung sinnvoll.
Die getroffenen Regelungen müssen nach einer gewissen Zeit immer einmal wieder verändert werden und dem Alter der Kinder, ihrer Bedürfnisse oder den veränderten Lebenssituationen von Mutter oder Vater angepasst werden.

Folgende Themen sollten dabei berücksichtigt werden:

  • Wochentage und Wochenenden
    Der Aufenthalt bei dem Elternteil, bei dem das Kind nicht überwiegend lebt sollten fest vereinbart werden. Zeiten und Orte, an denen der Umgang stattfinden soll, können festgelegt werden.

  • Abholen und Bringen des Kindes
    Auch wenn in der Regel der umgangsberechtigte Elternteil für das Abholen und Bringen des Kindes verantwortlich ist, versuchen viele Eltern sich dabei zu unterstützen. Absprachen helfen Konflikte zu vermeiden.

  • Umgang mit anderen wichtigen Bezugspersonen für das Kind
    Der Kontakt zu Großeltern sollte besprochen und geregelt werden. Auch die Gestaltung des Kontaktes zu neuen Partnern sollte berücksichtigt werden.

  • Umgangszeiten in den Ferien
    Ein wichtiger Punkt für Eltern und Kinder sind die Aufteilung und Gestaltung der Ferien, da diese von vielen Eltern weit im Voraus geplant werden müssen. Klassenreisen, Sport- und Musikfreizeiten des Kindes müssen dabei auch mit eingeplant werden.

  • Sport, Musik, besondere Aktivitäten
    Für Kinder ist eine Teilnahme an diesen Aktivitäten oft von besonderer Bedeutung. Regelungen tragen dazu bei, dass Einschränkungen für die Kinder, bedingt durch die Trennung, begrenzt bleiben.

  • Besondere Ereignisse und Festtage
    Sinnvoll ist es, Absprachen über Geburtstage, Feiertage wie Weihnachten und andere Familienfeste zu treffen. Ebenso ist eine Vereinbarung über das Holen und Bringen hilfreich.

  • Kommunikation
    Um Missverständnisse und Konflikte zu vermeiden, ist es sinnvoll eine Vereinbarung über die Art und Weise des Informationsflusses zwischen den Eltern zu treffen z.B. Briefe, E-mails, telefonische Nachrichten. Gerade Informationen über Krankzeit oder schulische Themen müssen häufig schnell ausgetauscht werden.

  • Kontakte zur Kita, Schule etc.
    Festgelegt werden sollte, wer die Vertretung des Kindes auf Elternabenden übernimmt und wie sich die Eltern darüber informieren.

Kontakt

Beratungszentrum Hüxterdamm
Hüxterdamm 18, 23552 Lübeck

Tel. (0451) 79 32 29

familienberatung@gemeindediakonie-luebeck.de