Gemeindediakonie Lübeck
Pastorin ergänzt das Team der Paar- und Lebensberatung
Dort macht sie im Rahmen ihrer sechsjährigen pastoralpsychologischen Weiterbildung ein Praktikum. „Mareike ist ein großer Gewinn für uns, und ich hoffe, dass sie bleibt“, sagt Teamleiterin Sophia Leopold.
„Ich bin hier sehr gerne“, sagt auch Mareike Hansen. „Ich genieße es, mich in einem Team austauschen zu können. Als Seelsorgerin bin ich ja eher alleine unterwegs.“ Einmal wöchentlich berät die Pastorin Menschen in verschiedensten herausfordernden Lebenslagen. Das sind zum Beispiel Paare, Einzelpersonen, Mütter und Töchter oder Geschwister in persönlichen Veränderungsprozessen. Themen sind u. a. Krankheiten, Tod und Trauer, die Bewältigung von Übergängen in neue Lebensphasen, Ängste, depressive Stimmungen, Einsamkeit, Trennung, Verlust und Abschied.
Viele dieser Themen sind der Pastorin aus ihrer seelsorgerischen Arbeit vertraut. Im Gemeindehaus der Kirchengemeinde St. Lorenz im Steinrader Weg bietet die 44-Jährige verschiedene Trauergruppen an, etwa für verwaiste Eltern oder Sternenkindereltern. Vierteljährlich begleitet sie Beisetzungen für still- und frühgeborene Kinder. Über diese Tätigkeit gab es bereits vor ihrem Praktikum eine Querverbindung zum Beratungszentrum Hüxterdamm. „Ich habe trauernden Eltern gerne auch die Beratungsstelle empfohlen.“ Hier beraten Sophia Leopold und ihre Kollegin unter anderem auch von Fehl- und Stillgeburten Betroffene. „Ich habe selbst auch schon Frauen zur Beisetzung auf dem St. Lorenz-Friedhof begleitet“, so Diplom-Sozialpädagogin Leopold, die als Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberaterin, Lebens- und Paarberaterin sowie Traumatherapeutin qualifiziert ist.
Insgesamt 150 Beratungsstunden sind im Rahmen des Praktikums von Mareike Hansen vorgesehen. Dabei wird sie engmaschig von Sophia Leopold begleitet. „Vor meinen ersten Gesprächen war ich schon aufgeregt“, gibt die Pastorin zu. „Im theoretischen Unterricht üben wir zwar im Rollenspiel, aber die Praxis sieht doch anders aus.“ Überrascht sei sie, dass es oft um spirituelle Themen gehe. Ihre Motivation für die Weiterbildung: „Ich war schon immer an Tiefenpsychologie interessiert. Und ich möchte das bestmögliche Handwerkszeug für die Arbeit im Hospiz und für die Trauergruppen haben.“
Die pastoralpsychologische Weiterbildung in der Nordkirche wird maßgeblich von der Deutschen Gesellschaft für Pastoralpsychologie (DGfP) koordiniert und in Norddeutschland von vier Landeskirchen verantwortet. Sie richtet sich an Kirchenmitarbeitende, die ihre seelsorglichen und kommunikativen Kompetenzen ausbauen wollen. Mareike Hansen: „In der Seelsorge bin ich in erster Linie Zuhörende. In der Beratung versuche ich, durch gute Fragen etwas bei meinem Gegenüber zu lösen, das sich ,verhakt‘ hat – vielleicht wie bei verkeilten Holzstämmen in einem strömenden Fluss, die auf dem Wasser nicht mehr weitertreiben können.“
Die Paar- und Lebensberatung beschäftigt neben der festangestellten Teamleitung fünf qualifizierte ehrenamtliche Berater*innen und wird aus Eigenmitteln der Gemeindediakonie sowie aus Kirchensteuermitteln finanziert. Die ratsuchenden Menschen werden entsprechend ihrer Einkommensverhältnisse um eine Kostenbeteiligung pro Beratungsstunde gebeten. „Das Angebot ist sehr niedrigschwellig und kann auch als Überbrückung während der Wartezeit auf einen Therapieplatz dienen“, so Sophia Leopold. „Allerdings haben auch wir eine Warteliste, da wir einen großen Einzugsbereich haben. Zudem nutzen immer mehr Menschen unser Angebot – die Menschen suchen Halt und Begleitung.“ 2025 hat das Team der Paar- und Lebensberatung in insgesamt 98 Fällen ratsuchende Menschen unterstützt. Im Vorjahr waren es 92 Fälle.