Gemeindediakonie Lübeck
Herausforderungen der Migration: Workshops der Sprachpartnerschaften
Gestartet wurde am 11. Februar zum Thema „Migrationsprozess“, weiter ging es am 11. März mit „Interkulturelle Kommunikation“. Der letzte Workshop zum Thema „Migrationsgesellschaft Deutschland“ findet am 22. April statt. „Ursprünglich waren die Workshops als Eingangsschulungen für neue Ehrenamtliche vorgesehen“, erklärt der Kommissarische Projektleiter, Ali Delsouz Khaki. „Wir haben sie aber für alle Sprachpartnerinnen und -partner geöffnet.“ Sowohl Einheimische wie auch Migrant*innen mit und ohne Erfahrung im Projekt sind willkommen. „Diese Mischung war bei den ersten beiden Veranstaltungen sehr bereichernd und hat den lebendigen Austausch befördert“, so Delsouz Khaki.
Der Sozialpädagoge und Lehrbeauftragte Jahan Mortezai, selbst iranischer Herkunft, geht jeweils anderthalb Stunden lang in einen interaktiven Dialog mit den Sprachpaaren und einzelnen Sprachpartner*innen verschiedener Herkunft. So ging es im Workshop zu interkultureller Kommunikation um die Frage, wie die Teilnehmenden ihre Identität definieren. Dazu gebe es viele unterschiedliche Definitionen: Beruf, Moralvorstellungen, Interessen etwa. Aber: „Es gibt Merkmale, für die wir nichts können“, so Mortezai. „Dazu gehören zum Beispiel das Geschlecht, das Alter, die sexuelle Orientierung, die ethnische Herkunft. Niemand darf wegen dieser Merkmale benachteiligt werden.“ So stehe es im Anti-Diskriminierungsgesetz.
Schnell entspann sich eine Diskussion darüber, ob die Frage „Woher kommst du?“ an eine migrantisch aussehende Person legitim sei. Jahan Mortezai machte klar, dass der Sender der Nachricht dem Empfänger mit dieser Frage automatisch soziale Grenzen setze („Wir sind hier, du bist dort“). Dies könne auch Zugewanderte betreffen, die schon lange in Deutschland leben oder sogar die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen.
„Sprache dient nicht nur als Mittel zur Verständigung“, so der Referent, „sondern transportiert auch Werte, Machtverhältnisse und mögliche Diskriminierungsmechanismen.“
Die Resonanz auf die ersten beiden Veranstaltungen sei durchweg positiv gewesen, sagt Ali Delsouz Khaki. „Die Teilnehmenden fanden die Workshops sinnvoll, gut, anspruchsvoll, informativ und hilfreich. Einige wünschen sich, dass eine solche interkulturelle Veranstaltungsrehe immer mal wieder angeboten wird.“