News der Gemeindediakonie


Projekt FLOW feiert interkulturelles Winterfest

07.12.2017

DrĂ€ger-Mitarbeitende und GeflĂŒchtete kochen gemeinsam

Unter der Regie des Koch-Azubis Edress Rahimi wurde ein beeindruckendes Festmahl fĂŒr das FLOW-Winterfest gekocht.

Das KĂŒchenteam: GeflĂŒchtete aus dem Projekt FLOW und Mitarbeitende der DrĂ€ger AG hatten viel Spaß bei den Vorbereitungen zum Winterfest.

Auch im Jahr 2017 hat das Projekt FLOW – FĂŒr FlĂŒchtlinge! Orientierung und Willkommenskultur der Gemeindediakonie LĂŒbeck viel fĂŒr junge GeflĂŒchtete zwischen 16 und 25 Jahren bewegt. Nun ließ die „FLOW-Familie“ das Jahr mit einem fröhlichen Winterfest und einem echten Festmahl im ehemaligen Marli-CafĂ© des Aegidienhof e.V. ausklingen. UnterstĂŒtzt bei den Vorbereitungen fĂŒr den Abend wurde das Projekt von sechs Mitarbeitenden der DrĂ€ger AG, die im Rahmen des sogenannten „DrĂ€ger-BrĂŒckentages“ gemeinsam mit den GeflĂŒchteten kochten.

Edress Rahimi kocht Reis, viel Reis. Schließlich erwartet der 18-jĂ€hrige Koch-Azubi an diesem Abend rund 60 GĂ€ste. WĂ€hrend der junge Afghane den Hauptgang, Kabuli-Pilau, ein Reisgericht mit Lamm, Möhren und Rosinen, vorbereitet, kĂŒmmern sich rund 15 weitere Hobbyköche unter seiner Anleitung um Vorspeisen, Salate, Beilagen und Dessert. Ein buntes Sprachgemisch fĂŒllt die RĂ€ume, unter die Teilnehmenden des FLOW-Projektes haben sich sechs DrĂ€ger-Mitarbeitende gemischt, die an diesem Nachmittag ehrenamtlich helfen. Einer von ihnen, Michael HĂ€usler, staunt, mit welcher Geschwindigkeit die jungen MĂ€nner aus Afghanistan und Syrien das GemĂŒse schneiden. „Bei uns ist Kochen oft MĂ€nnersache, wir haben viel Übung“, beruhigt ihn Rahimi.

Am frĂŒhen Abend fĂŒllt sich der Aegidienhof mit immer mehr Besuchern. Nun wird auch Rahimi nervös: Wird das Essen fĂŒr alle reichen? Als er den Hauptgang schließlich in den Gastraum trĂ€gt, stehen alle GĂ€ste Spalier und klatschen Beifall. Es ist ein beeindruckendes Buffet aus verschiedenen afghanischen und syrischen Speisen entstanden. Rahimis Sorgen waren unbegrĂŒndet: Alle werden satt, das FLOW-Winterfest ist ein voller Erfolg.

Auch die DrĂ€ger-Mitarbeitenden sind ganz begeistert von ihrem Einsatz, zwei möchten sich zukĂŒnftig als Mentoren bei FLOW engagieren. Projektleiterin Gabriele Sester freut sich ĂŒber die neuen Gesichter: „Unsere Warteliste mit jungen GeflĂŒchteten, die gerne einen Mentor hĂ€tten, ist immer noch sehr lang.“

Von der Willkommens- zur Integrationskultur

Insgesamt ist das Projektteam zufrieden mit dem Jahr 2017. „Wir haben viel Neues angestoßen, z.B. eine Kooperation mit „Oskar“, einer Studierenden-Initiative an der Uni LĂŒbeck. Oskar motiviert Studierende, sich fĂŒr GeflĂŒchtete bei FLOW zu engagieren, gestaltet  gemeinsame AktivitĂ€ten und hat schon viele Ideen fĂŒr die kommende Zeit. In der Planung sind z.B. ‚Dinnerhopping‘, eine Band, eine Vortragsreihe zum Thema Fluchtursachen an der Uni und vieles mehr“, berichtet Sester. „Großen Anklang finden weiterhin unsere Sportangebote wie Fußball, Bouldern oder Schwimmen. Seit dem Herbst bieten wir einen Schwimmkurs nur fĂŒr Frauen an – der war sofort ausgebucht“, so die positive Bilanz der Projektleiterin.

Es gehe bei der UnterstĂŒtzung der GeflĂŒchteten im Projekt FLOW nun darum, einen langen Atem zu beweisen: „Wir befinden uns auf dem Weg von der Willkommens- zur Integrationskultur“, erklĂ€rt Sester. „Viele der von uns betreuten GeflĂŒchteten brauchen Sprachpraxis. Oder sie suchen nach einer eigenen Wohnung, nach einem Ausbildungs- oder Praktikumsplatz. Das klappt nicht von heute auf morgen, hier brauchen die GeflĂŒchteten weiterhin viel ehrenamtliche UnterstĂŒtzung – und Geduld.“

Weitere Informationen zum Projekt FLOW finden Sie unter www.projekt-flow.de

Kontakt FLOW:
Gabriele Sester, Projektleitung, Tel. (0451) 613 201-509,
E-Mail: sester@gemeindediakonie-luebeck.de