News der Gemeindediakonie


Integration durch Sport: 20 Fahrräder übergeben

20.02.2018

Geflüchtete profitieren von Aktion des Turn- und Sportbundes

Fröhliches Treffen bei Zweirad Wöltjen: (v. l). Marcus Matthusen, Daniel Tomann-Eickhoff (knieend), Abdul Hasseeb Noori, Pito Bernet und Achim Geller-Brünjes.

„Eine tolle Aktion!“ Heiko Praetz, Gebietsleiter im Bereich Obdach und Asyl, freut sich über eine Initiative des Turn- und Sportbundes (TSB) Lübeck in Zusammenarbeit dem Land Schleswig-Holstein und Zweirad Wöltjen. Preetz und Katja Jäckel vom Projekt FLOW waren dabei, als Wöltjens Geschäftsführer Achim Geller-Brünjes 20 hochwertige Fahrräder an Pito Bernet, dem zweiten TSB-Vorsitzenden, übergab. 15 Tourenräder, Schlösser sowie Fahrradhelme  sollen jetzt Sportvereinen in Lübeck zur Verfügung stehen. Fünf Rennräder gingen darüberhinaus an Trisport und das Lübecker Radsport-Team (RST). Gesamtwert: 15.000 Euro. Die Fahrräder sind in erster Linie für Vereinsmitglieder mit Fluchthintergrund gedacht. Die Maßnahme wird zu 80 Prozent vom Land gefördert, außerdem sind Eigenmittel des TSB eingeflossen. Zweirad Wöltjen hat zudem 2000 Euro gespendet.

Das Projekt FLOW bietet in seinem Freizeitprogramm für Geflüchtete auch Fahrradkurse mit dem ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V.) an. „Wir planen ab Ende März erstmals Praxiskurse, außerdem auch wieder Touren und Ausflüge“ kündigte Katja Jäckel im Rahmen des Pressetermins bei Wöltjen an. Auch die Kursteilnehmenden werden also künftig von dem gemeinsamen Engagement für Integration durch Sport profitieren.

Abdul Hasseeb Noori (20) aus Afghanistan, nach eigener Aussage Klient des Jugendmigrationsdienstes der Gemeindediakonie, liebt Sport und ist Mitglied im Verein Trisport. Strahlend hielt er für das Foto eines der Rennräder in die Luft. „Neben Hasseeb machen noch drei weitere Geflüchtete bei uns mit“, so Trainer und Sportwart Daniel Tomann-Eickhoff. „Die vier Jungs will keiner von uns mehr missen.“  Beim Radsport-Team Lübeck sei ein Syrer mit dabei, so Teamchef Marcus Matthusen, und fügt hinzu: „Das läuft sehr gut.“

„Wir haben eine gewaltige Liste von Geflüchteten, die Sport treiben wollen“, berichtet Pito Bernet. „Für diese müssen passende Angebote und Vereine gefunden werden.“ Viele von ihnen könnten noch nicht Fahrrad fahren oder schwimmen. „Wir helfen ihnen, es zu lernen, damit ihren Alltag zu erleichtern und gleichzeitig etwas für ihre Integration zu tun.“

Genau darum bemüht sich auch die Gemeindediakonie. Heiko Praetz: „In Kooperation mit dem Projekt ,Sportcoaches' des TSB versuchen wir, geflüchteten Menschen den Zugang zu Sportvereinen zu erleichtern. Dieses geschieht durch sogenannte Sportpässe, die von uns ausgegeben werden. Mit diesen können Geflüchtete beispielsweise den Mitgliedsbeitrag in Sportvereinen finanzieren. Ebenso koordiniert das Projekt Schwimmkurse, die den betreuten Geflüchteten der Gemeindediakonie Lübeck den sicheren Zugang zum Element Wasser ermöglichen sollen.“