News der Gemeindediakonie


In eigener Sache: Gemeindediakonie stellt sich hinter die Hansestadt

14.12.2015

Pastorin Dörte Eitel spricht von „verfehlter Aktion“ der Lübecker Linken

Die Lübecker Linken haben in verschiedenen Medien sowie in sozialen Netzwerken Kritik an der Unterbringung von derzeit rund 80 Flüchtlingen im Obergeschoss des ehemaligen Praktiker-Marktes in der Geniner Straße geäußert. Rund 20 Personen haben diesen zudem am vergangenen Sonnabend gestürmt. Dabei drangen Personen auch gewaltsam in das bewachte Gebäude ein.

Die Gemeindediakonie Lübeck, die die Flüchtlinge im Auftrag der Hansestadt betreut, bedauert das Vorgehen der Linken. „Diese Aktion war völlig verfehlt“, kritisiert Pastorin Dörte Eitel, Geschäftsführerin der Gemeindediakonie. Bei der „Erstürmung“ der Unterkunft hätten sich einige der Beteiligten womöglich sogar strafbar gemacht. „Leider wurden in den verschiedenen Veröffentlichungen der Linken Halbwissen, Gerüchte und sogar Falschinformationen mit teilweise berechtigter Kritik vermischt“, so Eitel weiter. Es sei schade, dass die um das Wohl der Flüchtlinge besorgten Menschen nicht zunächst das Gespräch mit den Verantwortlichen gesucht hätten.

Die geäußerten Kritikpunkte betrafen hauptsächlich die Verpflegung, die Stromversorgung und die sanitären Anlagen. Die Hansestadt Lübeck als Betreiber der Übergangsunterkunft hat auf die angesprochenen Mängel, sofern sie berechtigt waren, bereits reagiert und verschiedene Maßnahmen eingeleitet. Darüber wird sie heute ausführlich berichten. Bürgermeister Bernd Saxe, Sozialsenator Sven Schindler, Claudia Schwartz vom Bereich Soziale Sicherung sowie Diakoniepastorin Dörte Eitel und Sonja Schmidt vom Bereich Obdach und Asyl der Gemeindediakonie werden sich heute vor Ort ein Bild von der Situation machen. Im Nachgang wird die Stadt eine Pressemitteilung veröffentlichen.

„Jetzt geht es darum, gemeinsam mit der Hansestadt schnell zu handeln und die Situation der Flüchtlinge unter den gegebenen Umständen bestmöglich zu gestalten“, betont Eitel. Die Gemeindediakonie stellt zur Zeit laufend Erziehrinnen und Erzieher sowie Betreuungsassistenten ein, um einen Betreuungsschlüssel von 1:40 weiterhin aufrecht zu erhalten. Die Hansestadt wiederum stellt laufend neue Unterkünfte zur Verfügung. Angesichts der großen Zahl an Asylsuchenden – derzeit rund 180 pro Woche - die sehr schnell  in Lübeck untergebracht werden müssten, laufe nicht immer alles sofort reibungslos. „Auch in diesem Fall wie auch in anderen provisorischen Unterkünften wird ,im laufenden Betrieb‘ nachgebessert“, so Dörte Eitel. „Dafür werbe ich um Verständnis. Ich weiß, dass die Hansestadt alles tut, um die Situation zu meistern, so wie wir es mit unseren Mitarbeitenden im Bereich Obdach und Asyl auch tun. Derzeit arbeiten alle bis zum Anschlag – und darüberhinaus.“

Was die angeblich schweren Erkrankungen von Kindern in der vor einer Woche bezogenen provisorischen Unterkunft angeht, kann die Gemeindediakonie entwarnen. Nachdem ein Arzt vor Ort war, wurden wir darüber informiert, dass es einen Windelausschlag gebe sowie einige grippale Infekte.

 

Pressemitteilung der Hansestadt Lübeck:

http://www.luebeck.de/aktuelles/presse/pressedienst/index.php