News der Gemeindediakonie


Gesundheitsmobil Lübeck startet in neue Förderphase

22.02.2018

Drei Stiftungen und ein Unternehmer übernehmen Großteil der Finanzierung für die kommenden drei Jahre

Zum Start in die neue Förderperiode besuchten die Spender das Projekt: (v.l.) Wolfgang Pötschke, Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck, Sabine Gritzka, Projektleiterin Gesundheitsmobil, Dietmar Fröhlich, Possehl-Stiftung, Antje Urban, Ehrenamtliche beim Gesundheitsmobil, Kay Diederichsen, Jacob Cement Baustoffe, Wilken Willand, Friedrich Bluhme und Else Jebsen-Stiftung, sowie Thomas Müller vom Team Gesundheitsmobil. Foto: Malte Schierenberg

Mit Beginn dieses Jahres startet das Lübecker Gesundheitsmobil in eine neue Förderphase. Bereits seit über zehn Jahren rollt die mobile Praxis, ein Gemeinschaftsprojekt der Gemeindediakonie Lübeck und der Johanniter-Unfall-Hilfe, auf Lübecks Straßen. Ende 2017 lief die bisherige Förderung durch die Damp-Stiftung aus. Nun übernehmen die Lübecker Possehl-Stiftung (90.000 Euro), die Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck (26.000 Euro), die Friedrich Bluhme und Else Jebsen-Stiftung (9.000 Euro) sowie Boy Meesenburg, Inhaber der Firma Jacob Cement Baustoffe, einen Großteil der Finanzierung für die kommenden drei Jahre.

Bei den Projektträgern des Gesundheitsmobils, der Gemeindediakonie Lübeck und der Johanniter-Unfall-Hilfe, ist die Freude groß: „Die großzügigen Zuwendungen geben uns für die nächsten drei Jahre Planungssicherheit“, erklärt Dörte Eitel, Geschäftsführerin der Gemeindediakonie. „Mit diesen Mitteln können wir die Personalkosten für die beiden hauptamtlichen Mitarbeitenden decken.“ Weitere Ausgaben wie z.B. Anschaffungs- und Instandhaltungskosten für das Fahrzeug, Medikamente und Verbandsmaterial sowie Fortbildungen oder Arbeitskleidung werden über die Eigenanteile der Träger und viele weitere kleinere Spenden finanziert. Insgesamt beträgt der Finanzbedarf des Projektes für die kommenden drei Jahre rund 270.000 Euro „Beim Gesundheitsmobil ist jede Spende, egal ob groß oder klein, auch weiterhin herzlich willkommen“, betont Eitel. 

Die Spender sind vom Projekt Gesundheitsmobil überzeugt: Dietmar Fröhlich, Mitglied des Vorstandes der Possehl-Stiftung, erklärt: „Das Gesundheitsmobil ist im Lübecker Gemeinwesen für viele Menschen zu einem wichtigen Anlaufpunkt geworden und trägt zur Verbesserung der gesundheitlichen und sozialen Lebensqualität vieler Bürger bei. Das ehrenamtliche Engagement bei diesem Projekt ist vorbildlich. Als Possehl-Stiftung unterstützen wir diese wichtige Arbeit bereits seit 2011.“

Die Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck ist ebenfalls seit vielen Jahren als Spender für das Gesundheitsmobil aktiv. Vorstandsvorsitzender Wolfgang Pötschke lobt die die Menschlichkeit des Projektes: „Unsere Stiftung fördert zahlreiche und vielseitige Projekte im Bereich der Gesundheits- und Wohlfahrtspflege. Vielen Menschen in unserer Stadt ist es aus den unterschiedlichsten Gründen nicht möglich, eine Arztpraxis aufzusuchen. Deshalb freuen wir uns sehr über das Gesundheitsmobil und unterstützen das Projekt gerne erneut.“

Wilken Willand, Mitglied des Vorstandes der Friedrich Bluhme und Else Jebsen-Stiftung, gefällt, dass das Projekt auf Augenhöhe arbeitet: „Das Gesundheitsmobil hilft nicht nur in akuten Notsituationen, sondern unterstützt die Hilfesuchenden auch bei der Wiedererlangung ihrer Alltagskompetenzen. Diese Ziele fördern wir gern.“

Boy Meesenburg, Inhaber der Firma Jacob Cement Baustoffe, ist es wichtig, sich an den Standorten seines Unternehmens auch sozial zu engagieren: „An jedem unserer Standorte unterstütze ich im sportlichen oder sozialen Bereich. Der Kontakt zum Gesundheitsmobil Lübeck hat sich durch meine Schwester ergeben, die hier ehrenamtlich aktiv ist. Sie berichtete mir von ihrem Engagement. Ich halte die Arbeit des Gesundheitsmobils für sehr sinnvoll und daher auch unterstützenswert.“

Das Gesundheitsmobil Lübeck wurde 2007 gegründet. Neben Projektleiterin Sabine Gritzka sowie Krankenpfleger und Sozialarbeiter Thomas Müller, die das Projekt hauptamtlich unterstützen, engagieren sich zurzeit sechs Ärzte, ein Zahnarzt, eine Krankenschwester, eine Arzthelferin und drei Fahrer ehrenamtlich für das Gesundheitsmobil. An fünf Tagen in der Woche fährt der zum Behandlungsraum umgebaute Mercedes Sprinter insgesamt zehn Stationen in Lübeck an, zusätzlich öffnet die Gesundheitsstation im Haus der Diakonie jeweils mittwochs von 9 bis 11 Uhr ihre Türen. 

Bei den rund 900 Klienten, die das Gesundheitsmobil jährlich aufsuchen, geht es um viel mehr, als um medizinische Erstversorgung: „Wir leisten vor allem wichtige Sozialarbeit“, erklärt Projektleiterin Sabine Gritzka. „Oft ist Zuhören die wirksamste Medizin, die wir anbieten.“ Begegnungen auf Augenhöhe, Brücken zu bauen, den Menschen ein Stück Würde zurück zu geben, das sind die zentralen Anliegen des Gesundheitsmobil-Teams. „Manchmal gelingt es uns sogar, einen Klienten in das reguläre Gesundheitssystem zurück zu führen“, berichtet Gritzka. „Das macht uns natürlich stolz. Trotzdem können wir uns leider nicht vorstellen, dass das Gesundheitsmobil eines Tages überflüssig wird, die Zahl unserer Klienten ist über die Jahre erschreckend konstant geblieben.“ 

Und so hoffen die Träger des Gesundheitsmobils, ebenso wie die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden bei aller Freude über die Planungssicherheit für die kommenden drei Jahre, dass sich das Gesundheitsmobil nach Ablauf der nun gestarteten Förderperiode in die Regelfinanzierung überführen lässt.

Weitere Informationen zum Gesundheitsmobil gibt es unter www.gesundheitsmobil.org