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Gemeindediakonie Lübeck nimmt an ELISA-Studie teil

Neue Untersuchungen zur Verbreitung von Corona in Unterkünften für Geflüchtete.

Die Gemeindediakonie Lübeck beteiligt sich mit ihrem Bereich Obdach und Asyl an einer aktuellen Untersuchung im Rahmen der ELISA-Studie zur Ausbreitung des Corona-Virus. Hierbei geht es um die Frage, welche Auswirkungen die „Wohnform Gemeinschaftsunterkunft“ auf die tatsächliche Ausbreitung des Corona-Virus in Lübeck hat. Freiwillig und kostenlos wurden 200 erwachsene Bewohnerinnen und Bewohner der Unterkünfte für Geflüchtete in Lübeck auf das Corona-Virus getestet. Koordinierend ist das ZIP (Zentrum für Integrative Psychiatrie) am UKSH Lübeck beteiligt. Die Studie wird gefördert aus der nationalen Forschungsinitiative des Bundes zu COVID.

 

„Wir waren sofort Feuer und Flamme, als das ZIP auf uns zugekommen ist“, sagt Heiko Praetz, stellvertretender Bereichsleiter Obdach und Asyl der Gemeindediakonie Lübeck. „Für uns ist das ein extrem wichtiges Thema.“ Die Gemeindediakonie betreut im Auftrag der Hansestadt Lübeck rund 1000 Geflüchtete in 27 Gemeinschaftsunterkünften und Wohnungen. „Dank unseres Hygienekonzepts sowie der guten Zusammenarbeit mit der städtischen Verwaltung und dem Gesundheitsamt ist das Thema Corona in unseren Unterkünften bisher sehr glimpflich verlaufen“, betont Praetz. „Wir hatten einige wenige Infektionen mit mildem Verlauf. In diesen Fällen haben unsere vorbereiteten  Quarantäne-Maßnahmen gegriffen. Ansonsten gilt in unseren Unterkünften bis heute ein striktes Kontakt- und Besuchsverbot sowie teilweise auch Maskenplicht“. Das Verhalten der Bewohnerinnen und Bewohner sei „vorbildlich“, so Praetz, sie hätten von Anfang an diszipliniert mitgezogen.

 

„Für uns wäre es hochinteressant, weitere Erkenntnisse aus den neuen Untersuchungen zu erfahren“, sagt der Erzieher, der ebenso wie der Bereichsleiter Obdach und Asyl, André Weidmann, bereits seit Sommer als Testperson an der ELISA-Studie teilnimmt. „Etwa, ob es unwissentlich noch weitere Infektionen gegeben hat.“ Nach der Verteilung von mehrsprachigem Informationsmaterial zu ELISA in den Unterkünften wurde seitens der Universität Lübeck auch ein Besuch angeboten, um etwaige Fragen der Geflüchteten zu beantworten und auf ihre Sorgen einzugehen.

 

Die ersten Testungen fanden Ende November und Anfang Dezember im Studienzentrum ELISA in den Media Docks statt. Mit Hilfe eines Rachenabstrichs wurde untersucht, ob eine aktuelle Infektion mit Corona vorgelegen hat. Zusätzlich wurde mit einer kleinen Blutentnahme

geprüft, ob die Geflüchteten Antikörper gebildet haben, weil sie eventuell schon eine Infektion durchlebt hatten. Da die ELISA-App nicht mehrsprachig genutzt werden kann, wurde auch ein entsprechender Fragebogen in Papierform ausgefüllt. Dieser wurde auf Arabisch, Persisch und Russisch zur Verfügung gestellt

 

Um die Ausbreitung nun auch prospektiv zu verfolgen, ist eine zweite Testung an derselben Stichprobe für Februar 2021 geplant.

 

ELISA  steht fürLübecker Längsschnittuntersuchung zu Infektionen mit SARS - CoV-2“ und ist die größte norddeutsche Studie zur Verbreitung des Corona-Virus in der Bevölkerung. Durchgeführt wird sie von einem Forschungsverbund aus Wissenschaftlern der Universität zu Lübeck und des UKSH, der Hansestadt Lübeck, dem Land Schleswig-Holstein und dem Gesundheitsamt Lübeck. Infos: www.elisa-luebeck.de

 

 

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