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Angelus Trauerhaus

Seelsorge und Trauerarbeit

Das Bestattungsunternehmen Angelus Trauerhaus GmbH unter dem Dach der Gemeindediakonie Lübeck hat seinen Betrieb zum Endes des Jahres 2009 vorerst eingestellen. Die Einrichtung unter der Leitung einer Pastorin war als dreijähriges Projekt vorgesehen, dessen Wirtschaftlichkeit dann geprüft werden sollte. Dreieinhalb Jahre nach der Eröffnung ist die Gemeindediakonie nun zu dem Schluss gekommen, das Angelus Trauerhaus in dieser Form nicht weiterführen zu können.

Insbesondere haben wir uns mit Angelus der Trauerbegleitung und Seelsorge verpflichtet gefühlt’, sagt Diakoniepastor Kai Gusek. ‘Diesem Anspruch können wir zu den aktuellen Bedingungen nicht mehr gerecht werden. Wir wollen das durch Mittelkürzungen und die allgemeine Wirtschaftslage knapper werdende Geld in Zukunft vermehrt in unsere vielfältigen kostenlosen Beratungsangebote einsetzen. Bestattungen ohne seelsorgerliche Begleitung kommen für uns jedoch nicht in Frage’, so Gusek. Zur Zeit ist die künftige Nutzung des Gebäudes der St. Lorenz-Gemeinde im Steinrader Weg noch unklar. Fest stehe aber, dass ‘niemand in die Arbeitslosigkeit entlassen’ werde, betont Pastor Gusek. Der Vertrag der leitenden Pastorin, die in Hamburg ein eigenes Bestattungsinstitut führt, läuft zum Ende des Jahres regulär aus.

Die Lübecker Pröpstin Petra Kallies bedauert die Schließung. ‘Leider ist es nicht gelungen, die Idee eines ganzheitlichen Bestattungskonzeptes zu realisieren’, sagt sie. ‘In einer Zeit, in der die Auseinandersetzung mit dem Tod immer mehr aus dem Alltag verdrängt wird, haben wir hier versucht, die Totenfürsorge und die seelsorgerliche Begleitung der Angehörigen gemeinsam anzubieten. Hier wurde die Garantie einer würdigen Bestattung verknüpft mit dem Angebot von Trauergruppen und einer intensiven Beschäftigung mit dem Thema Tod und Trauer auch über die direkte Phase des Abschieds hinaus.’

Aber die Arbeit der kirchlichen Bestatter hat Spuren hinterlassen: Die St. Lorenz-Kirchengemeinde hat den Impuls, der vom Angelus-Trauerhaus ausgegangen ist, aufgenommen und bietet Trauergruppen für verschiedene Zielgruppen an. Bleiben wird auch das offene Trauercafé, das jeden Dienstag von 15 bis 17 Uhr besucht werden kann.